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Ausstellung "Hinter den Kulissen". Alltag von jungen Migrantinnen Ein Kooperationsprojekt von Gangway e. V. und dem Archiv der Jugendkulturen e. V. „Hinter den Kulissen - Alltag von jungen Migrantinnen“ ist ein Fotoprojekt, das künstlerische Elemente mit der Thematik Migration in Berlin verbindet. Junge Frauen aus dem Bezirk Kreuzberg zeigen selbst reflektierend ihren Alltag, ihre Träume und ihre Ängste als Frau mit Migrationshintergrund.
Nachdem die Ausstellung nach der Vernissage am 26.10.2007 bis zum 08.12.2007 im Archiv der Jugendkulturen e. V. und am 28.01. und 01.02.2008 im Berliner Abgeordnetenhaus zu sehen war, wurde sie dann noch vom 18.09. bis zum 10.10.2008 in der Galerie an der Friedrichstraße gezeigt.
Und 2009 geht die Austellung mit unserem Partner Gangway e. V. auf eine lange Reise...
Auf den beiden kommenden Jugendaustauschen von Gangway e. V. wird die Ausstellung 2009 in Kolumbien und Uruguay dabei sein.
 Die übersetzte Ausstellung soll auf die Situation von lateinamerikanischen Mädchen in Berlin aufmerksam machen, zu Diskussionen anregen und zeigen, dass Diskriminierung und Rassismus keine Grenzen kennen. Dieses wird durch Fotos und Texte bildlich dargestellt. Die Übersetzung der Ausstellung wird von den Teilnehmerinnen des Projektes "Hinter den Kulissen" übernommen.
„Obwohl ich Deutsche bin und mich als Berlinerin fühle, werde ich immer wieder daran erinnert, dass ich in Brasilien geboren wurde und somit als Ausländerin gelte.“
Camila ist vor 19 Jahren mit ihren Eltern aus Sao Paulo/Brasilien nach Berlin gekommen. Heute ist sie 21 Jahre alt, hat die deutsche Staatsbürgerschaft und spricht nicht einmal mehr die Sprache ihrer Vorfahren – Portugiesisch.
Camila ist eine von sieben jungen Frauen, die die Ausstellung „Hinter den Kulissen – Alltag von jungen Migrantinnen“ erarbeitet haben. Gemeinsam mit den Streetworkern von Gangway e. V. wollen sie einen aktiven Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in der deutschen Gesellschaft leisten. Sie tun etwas für den Abbau von Vorurteilen gegenüber Anderen, insbesondere Frauen. Es ist aus ihrer Sicht längst an der Zeit, dass in der heutigen Welt alle von den anderen wissen und einander akzeptieren. Aus ihrer Sicht ist Verstehen ein wichtiger Ansatzpunkt, um bestehende Vorurteile zu überwinden. Sie wollen Verständnis für die Situation von MigrantInnen schaffen, die sich täglich um ihren Aufenthaltsstatus sorgen müssen, die immer wieder Diskriminierung im Alltag erfahren und die zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kulturen leben.
Die Ausstellung “Hinter den Kulissen“ öffnet Räume, die sonst verborgen bleiben. Sie lenkt den Blick auf die Lebensrealitäten von jungen Frauen, die aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern migriert sind und seit langem hier in Deutschland leben. Die BesucherInnen erhalten Einblicke in deren Leben und hören Dinge, die sie Ihnen mitteilen wollen. Der Weg durch diese Ausstellung ermöglicht den BesucherInnen ein direktes Erleben des Lebens “Hinter den Kulissen“. Mit dem Betreten der Ausstellung erhält Jede/Jeder eine neue Identität, die die BesucherInnen während der gesamten Ausstellung begleiten wird. Sie erleben die Beweggründe einer Migration, die mit dem Aufenthaltsstatus verbundenen Möglichkeiten und rechtlichen Situationen an der eigenen Person. Am Ende der Ausstellung haben die BesucherInnen die Erfahrung gemacht, was es heißt, fremd in Deutschland zu sein.
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit:
GANGWAY e. V. – das ist Straßensozialarbeit mit Jugendlichen in Berlin. Rund 50 Streetworker arbeiten in Teams in neun Bezirken. Wir gehen dahin, wo sich die Jugendlichen treffen: auf öffentliche Plätzen und Straßen. Wir orientieren uns an den Interessen und Bedürfnissen der Jugendlichen, machen Vorschläge zur Realisierung und fungieren als Partner und Sprachrohr. Unser Ziel ist es, die Jugendlichen dabei zu unterstützen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Wir finden Lösungen für die Probleme der Jugendlichen, helfen ihnen bei Behörden und Ämtern, bei der Arbeitssuche und vermitteln bei Konflikten in der Schule oder mit den Eltern. Die Jugendlichen sollen ihre Potentiale entdecken und weiterentwickeln. Gangway e.V. wurde 1990 gegründet, wird vom Senat und den Bezirksämtern gefördert und durch Spendengelder unterstützt.
Die Macherinnen hinter den Kulissen
 Wenn ich mit meiner Schwester unterwegs bin, reden wir Spanisch. Dann werden wir angepöbelt, dass wir Deutsch reden sollten, weil wir in Deutschland sind.
Shanti, 21 Jahre, in Montevideo/Uruguay geboren
 Integration ist eine Einstellungssache!
Renata, 21 Jahre, in Valparaiso/Chile geboren
 Ich werde ab und zu auf der Straße blöd angemacht. Die Leute reagieren dann total erstaunt, wenn ich ihnen auf Hochdeutsch erwidere und mich normal artikulieren kann. Camilla, 22 Jahre, in Sao Paulo/Brasilien geboren
 Ich bin in Uruguay geboren, habe die italienische Staatsbürgerschaft und bin in Berlin zu Hause. Ich bin eine Bürgerin dieser Welt. Shiva, 23 Jahre, in Montevideo/Uruguay geboren
 Man bekommt hier nicht wirklich das Gefühl, zu Hause zu sein. Man ist halt immer ein Ausländer. Ingrid, 27 Jahre, in Valparaiso/Chile geboren
 Intolerante Menschen machen mich wütend, wenn sie Menschen, die anders aussehen, nicht respektieren und diese dann respektlos behandeln. Caro, 20 Jahre, in Ost-Berlin geboren
 Ich bewundere Menschen, die ihre Ziele erreichen und sich für andere Menschen einsetzen. Hanna, 22 Jahre, in West-Berlin geboren
Veranstaltungsprogramm
Die unten angeführten Veranstaltungen wurden 2007 während der Laufzeit der Veranstaltung im Archiv der Jugendkulturen e. V. angeboten. Zahlreiche dieser Workshops sind aber auch heute durchführbar. Rufen Sie uns an!
Führungen durch die Ausstellung Täglich zwei Stunden vor Ausstellungsende findet eine kurze Einführung in die Ausstellung statt.
Filmvorführung: „Der Himmel über mir – Überleben auf den Straßen Kolumbiens“ Straßenkinder, früher ein Symbol der armen Länder des Südens, sind inzwischen zu einem Weltproblem geworden: 20 bis 30 Millionen verlassener und verstoßener Kinder schlagen sich heute als Bettler, Babystricher, Diebe und Drogendealer durch. Kolumbien gilt als das klassische Land der Straßenkinder, wo seit über 200 Jahren das Phänomen der „chinos de la calle“ beobachtet wird – Tendenz steigend.
Antidiskriminierungsworkshop. Mit Anja Blumenberg Diskriminierung ist ein Thema, das in unserem Alltag und in der Schule immer wieder auftaucht. Der Workshop soll eine Sensibilität dafür vermitteln, wie es ist, benachteiligt zu werden, und wie wir Diskriminierung und Rassismus entgegen treten können.
DJ-Workshop. Mit licht79 In diesem Workshop geht es gleich zur Sache. Es werden Grundkenntnisse vermittelt, z.B. wie das Equipment eingestellt werden muss, wie Beatübergänge aussehen können und was Scratches sind. Zum Schluss gibt es noch Tipps und Übungen für zu Hause.
Rap-Workshop. Mit Maximilian Dajka In diesem Workshop werden Raptexte verfasst, es werden also Reime gesucht, gefunden und dann verwertet. Damit ein oder mehrere Songs entstehen können, wird das ganze noch in eine Struktur gebracht, wobei jeder Teilnehmer individuell sein Werk mitgestalten kann. Voraussetzung sind Interesse und Motivation. Vorkenntnisse nicht nötig.
Salsa-Einsteiger-Workshop. Mit Caro Weiß
Salsa, Merengue und Batchata sind drei von zahlreichen südamerikanischen Paartänzen. In dem Workshop gibt es eine kurze Einführung in die Musik und es werden Grundschritte und einfache Figuren der Tänze vermittelt. Dabei wird das Rhythmusgefühl trainiert, und es wird Wert gelegt auf Form und Ausdruck beim Tanzen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Digitale Fotobearbeitung. Mit Andy Marijancic Anhand von vorhandenen digitalen Bildern zeigt Andy, wie schnell und effektiv Bilder bearbeitet werden können: Kaschieren von Fehlern, Farbkorrektur, Bearbeitung mit Effekten, Licht-, Kunst und Stilisierungseffekte, Gestaltung von Desktophintergründen, MySpace-Bildern, Chat-Bildern usw. Die fertigen Bilder werden am Ende des Workshops online veröffentlicht.
Air Brush –Workshop. Mit Andy Marijancic Mit einer Spritzpistole wird mittels Druckluft ein fein dosierter Farbnebel erzeugt und so Kunstwerke mit tollen Oberflächen und Farbverläufen erstellt. In dem Workshop werden die Grundkenntnisse vermittelt und erste Motive gesprüht, z.B. T-Shirts, Leinwänden, HipHop Style, Tags, Namen und andere Motive.
Bushido & Co. Gansta-Rap aus Germoney. Mit Abisara Machold „Gangsta-Rap“ aus Deutschland sorgt für starke Kontroversen. Produktionen des Labels Aggro Berlin wurden indiziert, Bushido-Konzerte sollen verboten werden. In diesem Workshop soll die Geschichte des (Gangsta-)Rap in den USA und Deutschland und seiner wichtigsten Interpreten nachgezeichnet, an konkreten Beispielen über Sexismus, Homophobie und Rassismus im HipHop gesprochen sowie die Rolle von Musikindustrie und Medien analysiert werden. Abisara Machold, Jahrgang 1979, hat in Wien Kommunikations- und Politikwissenschaften studiert und ihr Studium mit der M agistraarbeit “Representing Blackness. Zur Konstruktion Schwarzer Identitäten in Österreich und Deutschland anhand afrodeutsch(sprachiger)er Raptexte” abgeschlossen. Sie hat in verschiedenen Projekten als Assistentin oder Leiterin gearbeitet, so bei der Bundestagung der Schwarze Frauen Community Wien, beim Kunstprojekt “SOHO-Ottakring” oder für das Kokrobitey Institute Ghana, für das sie auch US-amerikanische Schulgruppen in Ghana betreute. Außerdem absolvierte sie ein Praktikum beim M usikmagazin Rolling Stone in New York. Als Sängerin kam sie über die HipHop-Community zur schwarzen politischen Vernetzungsarbeit. Ihr liegt die Vermittlung von HipHop als Kultur, seiner afrikanisch-amerikanischen Wurzeln und seiner neuen Äste weltweit am Herzen.
Urban Dance Styles. Mit Monica Hevelke In diesem Workshop werden verschiedene Urban Dance Styles mit ihrer Geschichte und Entwicklung vorgestellt, wie B-Boying/B-Girling (Breakdance), Funkstyles (Popping, Boogaloo, Locking), Dancehall und Krumping, aber auch Tanzstile, die besonders stark von der Club und Gay-Szene der USA geprägt sind, wie House, Vogueing und Wacking. Wir werden uns viele interessante Videoausschnitte ansehen und danach in den praktischen Teil des Workshops übergehen, bei dem Ihr die Grundschritte und Bewegungen dieser Tanzstile übt und lernt. Monica Anna Hevelke, Jahrgang 1982, hat mit 16 Jahren in Kreuzberger Jugendeinrichtungen mit B-Girling (Breakdance) angefangen. In Mexiko-Stadt leitete sie 2001 ihren ersten Tanzworkshop in einem Kulturzentrum, seit 2003 ist sie als Referentin für Culture on the Road aktiv. 2005 leitete sie Tanzkurse für die Bundesinitiative „MädchenStärken“ und für die „Dance Company Bettina Owczarek“ in Berlin-Marzahn. Im selben Jahr war sie Tänzerin in Videoclips für Culcha Candela und Loona. 2006 arbeitete sie am „Polnischen Tanztheater“ mit und machte tanztherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei der Künstlerinitiative ENTER ART in Poznan (Polen). Im Mai 2006 nahm sie am Austausch „B-Girls in New York“ und im Februar 2007 am Kulturaustausch in Montevideo (Uruguay) von Gangway e.V. und Work Out teil. Sie studiert Polonistik und Hispanistik in Potsdam.
DJing – von A-Z. Mit Jorge Garcia Hier könnt Ihr Euch allgemein im Bereich des Mixing (Geschwindigkeiten zweier Platten abgleichen) und im Scratchen erproben. In einer kurzen Einführung werden der Ursprung und die Entwicklung von HipHop erläutert, ausgehend von einer Szene in New Yorks Armenvierteln bis zu einer weltweiten Bewegung. Jorge Garcia, Jahrgang 1977, lebt seit 1999 in Berlin. Er ist spanischer Staatsbürger, aber in Deutschland geboren und aufgewachsen und staatlich anerkannter Erzieher. Seit 1991 interessiert er sich für die HipHop-Kultur, seit 2000 liegt dabei sein Schwerpunkt mehr bei den Roots der Kultur; er verfolgt aber weiterhin die aktuellen Entwicklungen. HipHop ist für ihn Leben und Identifikation, er sieht sich als Teil dieser Kultur.
„Heimat ist da, wo man verstanden wird“ – vietnamesische Jugendliche in Berlin. Mit Uta Beth Vortrag und Gespräch über eine Gruppe, die in Berlin sehr präsent ist, aber in Diskursen über Migrationsfragen zumeist vergessen wird.
GrenzgängerInnen und Jugendkulturen in Mexiko. Mit Manfred Liebel und Gabriele Rohmann In Mexiko sind viele Jugendliche in Bewegung, um der Armut zu entkommen und ein besseres Leben zu erreichen. Viele kommen aus den mittelamerikanischen Ländern, viele aus den ländlichen Regionen Mexikos, und nicht wenige versuchen, bis in die USA zu gelangen. Ihre gefährlichen Grenzgänge und Erfahrungen der Migration spiegeln sich in ihrer Liedern und Jugendkulturen.
Mit freundlicher Unterstützung von:
 
 


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